Woran fehlt es denn?


Bild: Marianne Mairhofer

Landauf landab wird nach Altenpflegern gesucht, heißt es. Das stimmt nur, insofern sich Gutwillige melden, die sich aus reinem Idealismus kostenlos zur Verfügung stellen. Redlicher ausgedrückt: Sich ausbeuten lassen. Ansonsten hören Bewerber zu oft: Wir müssen sparen. Was nicht gesagt wird, ist: Wir sparen an allen Ecken und Enden. Und was noch weniger eingestanden wird: Wir müssen unser Heim renditeorientiert führen.

Verschwiegen wird: Lieber haben diese Einrichtungen PflegerInnen, die sich mit zu vielen zu Pflegenden plagen, als daß zusätzliche Pflegekräfte eingestellt werden. (Ansonsten stimmt die Gewinnmaximierung nicht!).

Vor Jahren hatte ich den Einfall, in einem Altenheim vorlesen zu wollen. Es gibt 3 riesige Altenheime in unmittelbarer Nähe wo ich wohne. Ich habe viel Zeit und lese gern, vorlese gern, sagte ich einem Beamten am Telefon. Ich machte es aus eignem Vergnügen und überließe es den Wünschen der Insassen, was sie hören wollten.

Wenn nicht ein Altenheim, dann käme auch eine Schule infrage, wovon es in meiner Nähe auch einige gibt.

Es gelang mir nicht, auf meinen Vorschlag ein angemessenes Angebot zu bekommen. Ich müsse dies und jenes beachten, dieses und jenes bedenken, diese und jene Regel einhalten. Man muß eine gehörige Portion plattärschige Einstellung mitbringen, um sich mit einem Beamten dieses Schlags zu verständigen. Es war mir nicht möglich, ich gab auf.

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Ein Kommentar zu Woran fehlt es denn?

  1. Marianne M. sagt:

    Oh wie schade- wirklich blöd, wenn die Menschen die Qualitäten nicht erkennen können – wegen seltsamer Regeln und Vorgaben! Sie hätten soviel zu geben!

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