Unverschlungen


Grafik: Friedel Kantaut

Hatte gerade für einen Moment geglaubt, ich lebte. Dringst du von selbst unverschlungen aus deiner existenziellen Langeweile heraus? Da hilft etwas Demut. Oder grandiose Selbstüberschätzung. Im roten Teppich verschwinden sie alle. Sind sie längst ohne Blut. Ohne eigene Stimme. Alles Plastik, was ich sehe. Alles von Gebärmaschinen aufgezogen. Der Schwachsinn quillt in deinen Augen durch die Kamera. Der Versuch, aus meiner Nichtigkeit nichts zu korrigieren. Eigentlich kann ich nichts aushöhlen. Die pissenden Unionfans waren in den letzten Wochen die einzigen wahren Menschen um mich herum. Und auch die Bäume strahlten auf. Endlich mal kein bloßer Menschendreck. Schauspieler, Politiker, Fernseher. Als du mir aus dem Kopf gingst. Als du immer etwas ausgedruckt haben wolltest. Als du die Nähe deiner Unwissenheit verlorst. Heißt ja, Pornomünder zu kennen. Es hat sich nichts Tiefschürfendes in meinem Leben ereignet. Nur Schlürfendes. Es lässt mich schaudern, wenn ich tagelang in der Waagerechten liege und die Sonne sich nicht von alleine blicken lässt. Was ist los? Ein Ausdruck meines letzten Daseins hielt ich in Händen. Und begann zu korrigieren. Hab das Glück, nach fünf Seiten zu wissen, wenn es nachlässt. Oder je nachgelassen würde. Wie Wutbrand. Glut. Scham. Oder soll ich dich in mich hinein versuchen/versagen?

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.