Sufi-Geschichte 33

Kabir sagt:

Freund, sag mir, was ich tun kann, um die Welt anzuhalten und sie auszubessern.

Ich entledigte mich genähter Kleider und trug ein wallendes Gewand, aber ich bemerkte eines Tags, die Gewänder waren gut gewebt. So kaufte ich ein Sackkleid, aber ich drapierte es vornehm über meine linke Schulter. Ich entwöhnte mich sexueller Verlangen, und nun entdeckte ich eine Menge Ärger in mir. Ich zügelte die Wut, und nun bemerkte ich, daß ich dem Geiz verfalle.


© R. H.

Ich arbeitete hart, den Geiz loszuwerden, und nun bin ich stolz auf mich. Wenn der Verstand wünscht, sich von der Welt abzukehren, hält er doch an einem Ding fest.

Hör zu mein Freund, sehr wenige finden den Pfad.


Kabir (1440 Varanasi – 1518 Maghar), indischer Mystiker, der sich nie in eine religiöse Gruppe eingeordnet hat. Er war muslimischer Herkunft, seine Unterweisungen enthalten viel Sufisches, darum reiht futura99phoenix ihn ein in die Sufi-Geschichten. Geschichten heißen sie nur der Einfachheit halber. Es sind keine Geschichten im herkömmlichen Sinn (das gilt auch für viele der vorausgegangenen), vielmehr sind es Aussprüche, die über Jahre von Schülern gesammelt und aufgezeichnet wurden.

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