Das verpfuschte Paradies

Foto: Klaus Ender

Unterm grünen Apfelbaum
sah Adam Eva an,
sie lebten ihren größten Traum,
das Paradies begann.

Dass beide waren völlig nackt,
das war gewiss gewollt,
hier hat der liebe Gott mit Takt
der Liebe Wunsch gezollt.

Was danach kam – ein Trauerspiel,
die Erde war bald voll,
Milliarden haben nur ein Ziel,
sie finden es so toll.

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Die Bewegung der Seele oder Die Wahrheit des Abgrunds

Zum ersten Mal wieder Theater. Nachtasyl von Gorki in Regie von Michael Thalheimer.. Allein vom Titel her musste ich hin. Und dann ein Russe. Die mit ihrer versoffenen Seele. Draußen im Café der Schaubühne laufen sie auf: die vielen Gesichter, die man im Fernsehn schon sah. Von mancher Sonnenbrille zum Mund und dann hin + wieder zum Namen, der einem dann einfiel.

Genuss. Aufruhr. Versinnlicht. Tiefe. Orgiastisch. Da passte es ganz gut, dass Gorki nicht zu sehr in die Tiefe gehen wollte. Olaf Altmanns Bühnenbild – eine Kloake, ein Schacht unter der Stadt, die heute noch überall auf unsrer Welt sein kann … aus bloßem Blech, halb gerundet mit einer kleinen Öffnung, die es nur unter größter Anstrengung gestattete, mal nach oben herauszuklettern, kurzum: geniale Reduktion aufs Einfachste, ins Feinste. Mit allergrößter Wirkung. Sprachkörperlich beinah.


Zeichnung: Rolf Hannes

Nicht nur die Kälte des Abgrunds wie jede einzelne Stimme der 13 Gescheiterten wurden sichtbar, nein, es wurde die unergründliche Tiefe des Menschen sprachlosmachend: obgleich dauernd gesprochen wurde (der einzige Nachteil des Stücks). Ebenso genialisch die Musik von Bert Wrede, die hin und wieder länger die Innereien in Fetzen hätte schlagen können. Ein Seelenerleben. Alle 13 Stimmen oder Figuren des Stücks hätten auch 13 Stimmen aus ein und derselben Person, d.h. einem einzigen Ich sein können. Ekel, Enttäuschung, heimliches Hoffen, Gott auf- und abtreiben, Onanie, Drübersteigen über Tote, Mord, Esprit und Witz, wie es nur in dieser Kombo Gescheiterte erfinden können und – die Feinheit in den Fingern und Unterlippen und fast nicht hörbaren Tönen des Aufbegehrens (Weinen, Seufzen, Süffisanz) Nicht nur die Finger oder Füße, sondern auch die erstarrten Blicke drückten eine Lebens-Haltung aus. Stets herausstechend. Nie gekünstelt.

Wird fortgesetzt.

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Morgenlandreise 40

Noch im Bett morgens:

Aus einem Traum vorvergangner Nacht. Ich bin Zögling in einem Internat. Es gibt Zeugnisse. In einem bestimmten Fach hab ich eine Fünf, wahrscheinlich in Latein. Als ich aufstehe, nach vorn gehe, mir das Zeugnis abzuholen, ein Raum, halb Kirche, halb Klassenzimmer, rufen die andern im Chor: Asinus, asinus. Das ist so üblich dort.

Aus einem andern Traum letzter Nacht. Ich bin unterwegs in meinem VW mit einem Freund. Eine Szene: Mein Freund (er gleicht niemandem, den ich kenne, ich besitze auch keinen VW) erzählt mir von 2 Männern, die einen Bankeinbruch verübten. Im Traum bin ich gewiß, ein gelungner Bankeinbruch ist so etwas wie ein gelungnes Theaterstück. Er erzählt weiter: Sie haben das ohne Maskierung gemacht. Weißt du, sie haben sich lange mit Masken beschäftigt, sie haben welche gebaut. Sie hatten sie integriert. Sie hatten sozusagen alle diese Masken im Gesicht. Ich bin sehr interessiert, denke: Mein Freund weiß nicht, daß ich auch Masken baue. Ob ichs ihm sage? Es könnte nach Angeberei klingen, ich behalte es besser für mich.

Eine 2. Szene aus diesem Traum: Mein Freund ist auf einen Sprung in ein Café gegangen. Ich warte, dann gehe ich ihm nach. Als wir gemeinsam wieder vor die Tür treten, ist der VW weg. Ich hatte ihn unabgeschlossen gelassen, die Polizei hat ihn mitgenommen. Das erklärt ein Mann mittleren Alters, sympathisch, Bäuerlein-Typ. Ich frag ihn aus, was los war. Er sagt: Erst hab ich ihn mir genommen, weil ich ja zu meinem Vater mußte. Klar, denk ich mir, wenn er zu seinem Vater mußte, warum sollte er sich nicht weggangs den VW nehmen. Dann weiter, dräng ich ihn. Er spricht weiter: Ich hab ihn zurückgebracht und mir seine Schätze angesehn. Es sind ja so wunderbare Dinge darin. Er schaut mich von der Seite aus seinen wissenden, verschmitzten Äuglein an. Hier bricht der Traum ab.

Ibrahim, der junge Schiraser, der in der Schule Deutsch gelernt hat, sieht sich meine Kette an. Zwei Steinsorten kenne er, Arirh und Sadaf, es seien aber nur Halbedelsteine. Klar, erwidere ich, das weiß ich. Nur deshalb sind sie so schön. Die beiden neuen Wörter geselle ich zu meinen dreien: LAURA TAMERLAN SAMARKAND ARIRH SADAF

Morgen will ich weiter nach Kerman, Ibrahim warnt mich: Vor drei Tagen gab es dort ein Erdbeben. Macht nichts, sagt er, dort bebt die Erde immer.


Die Kette verschenkte ich, hatte aber vergessen, sie zu fotografieren. Das Schlimme ist, die Trägerin, richtiger: die Beschenkte wußte sie gar nicht zu schätzen. So gibt es nur die flüchtige Skizze in meinem Reisebuch. Und ein unvergängliches Plätzchen in meinen Gedanken, wo sie erstrahlt bis zum jüngsten Tag.

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Weißt du wie es ist?


Grafik: Friedel Kantaut

Weißt du wie es ist?
Dort, wo es schwärzer ist als die schwärzeste Nacht?

Wo es so kalt ist, dass die Atome frieren.
Wo es nichts gibt, um es atmen zu können.

Wo die Zeit sich selbst vergisst.

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Gedanken zum Denken 2

Von den armen Vorstädten bis zu den Ghettos der Reichen herrscht eine tollwütige Habsucht, die abstumpft und mordet. Die Gier der Räuber und die Angst, die sie erregen, verunstalten Körper und Bewusstsein. Das Menschliche irrt mehr und mehr unter Masken umher, die ihm die Haut zerfressen – wie eine Maschine, die unser Urteil bis zum Tode in unsere Haut hinein stanzt mit fremden, unlesbaren Ornamenten. Das Lebendige aber macht seinen Trugbildern Platz. Überall herrscht eine vor Verachtung für Menschen und Dinge zitternde kriecherische Lethargie.


Bild: Marianne Mairhofer

Resigniert billigen die Menschen den Zynismus, der zum obersten Gesetz wird. In einer Welt, in der lukrative Nutzlosigkeit mehr zählt als nützliche Tätigkeit. Gehen wir in die Büros! Schauen wir uns an, welche Gleichgültigkeit, tägliche Langeweile und Morbidität von Betrügereien und Habsucht dort herrschen. Käme es doch soweit, dass sich die Menschen wie Lemminge in Scharen aus den Bürofenstern stürzten, nur um dem ein Ende zu machen.

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Morgenlandreise 39

Vergangne Nacht hatte ich einen Traum und am Morgen noch einen zweiten. Im ersten bin ich ein Anführer, der die Menschen dazu bringt, sich ihrer Not zu erwehren. Im zweiten gibts ein Mädchen, mit dem ich schäkern will. Es kommt nicht dazu. Eine Weile seh ich nur sein liebliches Gesicht. Wie unter einem bösen Zauber löst sich das Bild auf, es rutscht weg. Nur, es klingt absurd, ich habe dieses Mädchen vorhin gesehn, in einer Frauengruppe stehend, im erhöhten Eingang einer Moschee. Es hat mir zugelächelt. Die Frauen bei ihr knufften es in die Seite, als wollten sie sagen: Da, da ist er.

Es sind 3 Reisebücher, die mich begeisterten, die mir jetzt einfallen. Das Pyrenäen-Buch von Tucholsky, das Reisetagebuch (Tunis) von Klee und Millers Griechenlandbuch Der Koloß von Maroussi.

Gern würd ich ein Schiff nach Indien auftreiben. Ins Flugzeug möchte ich nicht, das geht mir zu schnell. Von Kuwait und Abadan, heißt es in meinem Reiseführer, gingen Schiffe nach Indien. Was darin steht, stimmt hinten und vorne nicht.

Wenn es einen Tropenkoller gibt, gibt es sicherlich auch einen Orientkoller.


Auf dem Wandrelief der Vakil Moschee: Ein blühendes Herz, das seine
Sehnsucht singt (so jedenfalls hab ichs mir zurechtgesponnen).

Ein solches Heft als Zwiesprache mit meinem tieferen Selbst. Ich bin weiter weg von zuhause, als ich je war. Wo ist mein Zuhause?

Gestern abend sah ich einen kleinen Laden mit altem Kram, ein Geschäftchen nach meinem Geschmack. Heute früh bin ich als erstes dorthin, noch bevor ich gefrühstückt hatte. Ein mürrischer Mann um die Fünfzig, er rührt keinen Finger, mir etwas zu zeigen. Die Dinge lagen in Haufen durcheinander, dicker Staub auf allem. Der kleine Raum war übervoll, ich konnte an nichts dran, schwierig schon, hinzuzeigen. Der Mann nickte, wenn ich auf etwas deutete. Eine Halskette, unter all dem anderen, zog mich an. Nach einigem Hinundher hatte ich sie in der Hand. Der Mann sagte: Tuhandred thoman fifti. Ich verstand zweihundertfünfzig, hielt ihm 250 Rials hin. Er schüttelte verächtlich den Kopf, tuhandredfifti thoman, und damit ich ihn verstehe, zeigte er mir, wohin der Weg ging. Er warf ein ganzes Geldscheinbündel auf den Tisch, Tausender, Fünfhunderter. Ich begriff: 2500 Rials.

Ich ging geschlagen weg. Zur Bank. Ich wollte die Kette haben. Ich hab sie. Der Verkäufer ließ nicht mit sich handeln. Die Kette ist eine Traumkette, 93 Steine, alte, getragene, runde, vielkantig geschliffne, trübe, milchige, glatte, rauhe Steine. Erdfarbene, grüne, honigfarbne, gemaserte. Nie hab ich eine schönere gesehn, sie hat die Ausstrahlung von etwas Gewachsenem. Die Steine haben zueinander gefunden, über Jahre, es sind nicht zwei ganz gleiche darunter.

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Luftbrustschwimmen


Zeichnung Träumender Nashornvogel: Rolf Hannes

Ich fliege. Ich fliege über mein Leben.
Ich fliege als würde ich schwimmen.
Luftbrustschwimmen.
Und beweg rhythmisch-lustvoll Arme und Beine.

Ich sehe alles unter mir.
Mein Leben von Anfang an, alle Stationen.
Es ist alles geschehen, was ich jetzt sehen kann.
Sehe ich es so, wie es geschehen ist?

Ich kann tiefer fliegen.
Ich kann höher fliegen.
Ich kann wenden und zurückfliegen.
Ich kann ganz hoch fliegen: totaler Überblick!
Ich kann ganz tief fliegen: alle Einzelheiten.

Luftbrustschwimmen. Erhebend, verharrend, vertiefend.
Ich fliege – es fliegt mich. Durch alle Höhen. Durch alle Tiefen.
Nichts und niemand hält mich auf. Frei und leicht wie ein Vogel.
Übermütig kreise ich um mich, mache Saltos, vorwärts, rückwärts.

Mit Lust tauche ich ab, Lustbrusttauchen.
Unter die Oberfläche meiner Erinnerungen, ins Dunkle.
In die Tiefe des Geschehenen, das oft so anders aussieht als damals.
Schönes wirkt hässlich, Begeisterndes bedrohlich.

Plötzlich macht es mir Angst, hier in der Tiefe. Fröstelt mich.
Fühle mich wie zehn Meter unter Wasser, fühle den Druck.
Den Druck der Luft über mir, den Druck der Luft zum Leben.
Ich will ans Licht, will auftauchen, nein: ich muss!

Aber da hält mich etwas mit Klauen fest, zieht mich herunter.
Ist es der alte Strudel der Angst? Der Träume zur Qual machte?
Ich spüre wie er mich packt, der Strudel.
Oder ist es die Erinnerung in allen Fasern des Leibs?
Schreien will ich, aber bekomme kein Wort heraus, nicht einen Laut.

Ertrinke ich jetzt in der Luft zum Leben?
Panisch bewegen sich Arme und Beine, neue Kräfte erwachen in mir.
Luftbrustschwimmend weiter nach oben, nach oben, nach oben!

Der Strudel stirbt ab, mich wärmt schon das Licht.
Da hör ich die Stimme, die zu mir spricht:
Das Licht ist dicht, verzichte nicht!
Es trägt ganz sicher Dein Gewicht!
Auch wenn Dein Bild von Dir zerbricht:
Schau hin, schau klar, schau Dein Gesicht!

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Gedanken zum Denken

Wenn man das Denken nicht gewohnt ist, tut das am Anfang weh. Das ist ganz normaler Muskelkater. Mit der Zeit schafft man es, über längere Strecken zu denken. Das Denkausdauertraining sollten Freizeitdenker nicht übertreiben. In der Arztpraxis müssen sonst langwierige Hirnverrenkungen, Cortex-Brüche und Ventrikel-Zerrungen behandelt werden, die ungeübte Denker erleiden. Denkanfänger sollten zunächst mit kleinen nachdenklichen Spaziergängen beginnen. Es heißt nicht umsonst „Geh-hirn“.


Bild-Collage: Marianne Mairhofer

Auf diese Art bekommt man allmählich einen Denkschwung. Die Vorgehensweise des Geh-Hirns ist die Logik. Unterscheiden Sie zunächst beim Spazierengehen zwischen möglichen und notwendigen Schritten. Manche Geh-Hirnanfänger verlaufen sich anfangs. Mit der Zeit finden Sie aber den wahren Weg.

Ist man geübter darin, bekommt man sein Gehirn auch im Sitzen in Schwung und kann zwischendurch auch am Arbeitsplatz kleinere Denkpausen einlegen. Denkpausen sind nicht pausierendes Denken sondern denkendes Pausieren. Ungeübte Denker sollten daher ihre Denkpausen nicht übertreiben, sonst droht Denkhemmung, depressives Grübeln, obszöne Zwangsgedanken oder Verschwörungswahn.  Jetzt aber wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Denken.

Ihr Denktrainer.

Wird fortgesetzt.

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Morgenlandreise 38

Die Nächte sind sehr kalt, im Bett ziehe ich meine beiden Pullover übereinander an. Warte morgens so lange, bis sich der Tag erwärmt. Hab also Zeit von Alexander zu lesen, den sie den Großen nennen. Wahrscheinlich war er ein kleiner, rachsüchtiger Gernegroß, der Persepolis zerstört hat. Er ließ die Schätze vorher auf mehr als 10 000 Tieren (Kamelen, Maultieren) davonschleppen. Steht alles in meinem Reiseführer. Monate muß er gebraucht haben, um die Säulen des Palasts der hundert Säulen und die der andern Paläste einzuäschern. Er ließ das Holz schichten bis unter die Decken.

Die Herrscher von Persepolis (Dareios, Xerxes, Antaxerxes) haben niemals unterworfne Völker tyrannisiert oder deren Städte gebrandschatzt. Nicht Sklaven, bezahlte Handwerker erbauten Persepolis. Das war ungriechisch. Alexander ließ auf den Tieren, die von Susa herkamen, das Brandmaterial heran- und die achämenidischen Schätze wegführen.

Das, was der blindwütigen Raserei Alexanders standhielt, ist von überwältigender Schönheit und Größe.

Vor den Postämtern in Schiras sitzen Schreiber im Schneidersitz, ein Täfelchen in der Hand. Drumherum hocken ganze Familien. Die Analphabeten kommen so zu ihrem Formular, Brief, Testament.

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Dai Mensk, dai nix dött

Bat hället Mensken doo aabe van, kurant te hilpen, bann annere leyet?

Inner Strootenbaan weert en Mäken van jungen Keerls drangsalaiert. Dai Lüe kucket wiäg. Kenner greypet in. Kenner hiät doo diän Maut tau. Nit mool de Polizei raupet enner mië’m Handy oder birret dai annern ümme siek rümme, mettnain te hilpen. Hätt siek dai Mensken en dick Fell tauelacht, ümme Laid un Naut van annern nit miëtekreygen? Öit Angest, sölbers in de Bredullje te kuumen? Borümme doo siek mië öitnainsetten, sehet se siek. Verlichte küümet me joo doobey in Duibels Küüke. Bai nit ingreypet, maiket auk nix falsk, denket se siek.


Bild: Marianne Mairhofer

Dai spaniske Dichter Pedro Calderon (1600 bit 1681) vertellt, bat mië düsen Lüen passaiert.

De Hölle wuur rappelvull. Vüörm Ingang wachtere all ne lange Reyge. Doo kaam dai Duibel röit. „Iek häbbe ments nau Plass füär ainen Sünger. Sind hey verlichte nau en paar Dautschläägers?“, froogere dai Höllebock un kuckere siek ümme. Sauforts schuaten ennige Aarme in de Höchte. Dai Duibel schürrelere mië’m Koppe. Hai froogere ainen noo’m annern, bat hai Baises edooen harr. Nix wuur iäme kuim genaug, ümme ennen in seyne Hölle miëteniämen. Am Enge soo hai ennen, diän hai nau nit efrooget harr. „Bat hätt Chey edooen?“ „Nix“, aantwoortere dai Keerl. „Iek sin ne guten Mensken un denke, de Lüe stott hey füär Tobak aan.“ „Öber Chey mottet duach bat edooen häbben“, sachte dai Duibel. „Alle Mensken stellet bat in iärem Liäben aan.“ „Dat stimmet“, sau dai Keerl, „öber iek häbbe miek öit allem röitehallen.

Wual häbbe iek esooen, böi Mensken annere Mensken quiäleren un up iäne rümmetrampeleren. Blauß nit ingreypen, häbbe iek mey esacht. Bai wait, bat doo nau Kuimet füär diek hingerhiärküümet. Iek sin duach nit unweys.“ „Un Chey hätt allet Laid ümme Uuch rümme miëaanesooen, oone bat de dauen?“,froogere dai Duibel naumool, weyl hai dat nit gloiben konn. „Nai, borümme sollte iek?“

„Kuum rain, meyn Suun. Dai Höllenplass is akkrot pässig füär diek“, mente doo dai Duibel. As siek dai „guute Mensk“ döör de Höllenpoorte twängere, druchte siek dai Duibel taur Seyte, ümme ne nit te beroihern.


Hier wieder einmal eine Geschichte in Briloner Dialekt. In alter Tradition veröffentlichen wir sie erstmal nur im Original. Einige Tage später wird die hochdeutsche Übersetzung im
Kommentar-Kästchen folgen. Denn würden wir sie gleich mitliefern, unterzögen sich viele nicht der Mühe, das Original zu lesen. Das braucht ein wenig Anstrengung, wir geben es zu, aber die Mühe wird entlohnt, indem im Hirn einiges in Schwung gerät.

Ein Tip: Sich den Text laut vorlesen, das kann Hirn und Gemüt richtig auf Trab bringen.

Siehe auch den Beitrag von Peter Dohle vom 16. Jan. 2016 http://www.futura99phoenix.de/uprecht-gooen/

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