Morgenlandreise 4

Tamam, ein Wort das Alles bedeutet und Nichts.

Es wird mir klar: meine Reise hat nichts mit Ferien machen zu tun. Gestern sah ich ein kleines Mädchen, vielleicht 6 Jahre alt, wie es ein andres winziges Mädchen (Schwester?) sich hockend übers Knie legte, um zu betteln. Das lag gekrümmt, mit verrenkten Gliedern, förmlich zusammengestaucht, irren Blicks stumm und reglos da. Und wurde feilgeboten wie ein Beinstumpf. Ausgebeutet, gleich einem Stück Holz, einer Puppe. Das kleine verkrüppelte Wesen streckte einen Finger zu dem bettelnden Mädchen hin, und das nahm ihn und streichelte ihn geschäftsmäßig. Dieses Stückchen Finger ist der letzte Faden. Wenn er reißt, wird der Himmel dunkel vor Blut und Dreck, und ich seh Allah oder Jahweh wie er nach einem Fetzen bedrucktem Papier schaut, weil er sich den Hintern abputzen will. Und der Himmel ist das Arschloch Gottes, ungeputzt.


Die beiden Schmiede vergessen ihre Not im Rhythmus der Schläge.

Jedes Lächeln ist ein Zugeständnis, daß das Herz stärker ist als der Dreck. Wenn du das Lächeln eines Arbeiters entdeckst, ich meine das wirkliche Lächeln, das vom Herzen kommt, so wiegt es mehr als alle Almosen, die du feigerweise gibst.

Ich habe mir angewöhnt, in mein Waschbecken zu pinkeln. Eine Erinnerung: Wie Maria K. ziemlich ungeniert in französische Waschbecken pinkelte, nachts, wenn sie nicht über die Gänge wollte. Sie stand, zum Becken halb abgewandt, hob ein Bein abgespreizt an und den Po übers Becken. So pinkelte sie fröhlich, ein bißchen wie männliche Hunde. Ich hab das nie gekonnt in ihrem Beisein.

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