Morgenlandreise 38

Die Nächte sind sehr kalt, im Bett ziehe ich meine beiden Pullover übereinander an. Warte morgens so lange, bis sich der Tag erwärmt. Hab also Zeit von Alexander zu lesen, den sie den Großen nennen. Wahrscheinlich war er ein kleiner, rachsüchtiger Gernegroß, der Persepolis zerstört hat. Er ließ die Schätze vorher auf mehr als 10 000 Tieren (Kamelen, Maultieren) davonschleppen. Steht alles in meinem Reiseführer. Monate muß er gebraucht haben, um die Säulen des Palasts der hundert Säulen und die der andern Paläste einzuäschern. Er ließ das Holz schichten bis unter die Decken.

Die Herrscher von Persepolis (Dareios, Xerxes, Antaxerxes) haben niemals unterworfne Völker tyrannisiert oder deren Städte gebrandschatzt. Nicht Sklaven, bezahlte Handwerker erbauten Persepolis. Das war ungriechisch. Alexander ließ auf den Tieren, die von Susa herkamen, das Brandmaterial heran- und die achämenidischen Schätze wegführen.

Das, was der blindwütigen Raserei Alexanders standhielt, ist von überwältigender Schönheit und Größe.

Vor den Postämtern in Schiras sitzen Schreiber im Schneidersitz, ein Täfelchen in der Hand. Drumherum hocken ganze Familien. Die Analphabeten kommen so zu ihrem Formular, Brief, Testament.

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