Mein Zimmer


Grafik: Friedel Kantaut

Eine Antwort an Konstantinos Kavafis

Mein Zimmer –
dunkel zwischen den Ritzen fressen sich und wühlen
die Winkel, wüst in sich verbissen,
und Narben klaffend in das nackte Fleisch der Wände
eingerissen
und angefüllt mit Kehricht, den die schmutzige Luft
überspült.

Die vollgestopften Regale drängen sich ins Freie,
auf einem langen Tisch staut sich Plunder wirr zusammen:
Bücher, Kleider, Teller, Messer, Becher, in ekler Reihe
verstapelt und bespritzt mit gelbem Neon.

Faul ist das Fleisch und Fisch klebt an den Rändern
getränkt von Atem, der leise nachtet.
Ein alter Mann scharrt gierig, mit seinen Besenhänden
blinde Lieder vom Tisch, die keiner achtet.
Vor der Tür: Karren mit Welt
kreischend im dürftigen Spiel,
zerbrochener Donner der Stadt.

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