Leiter hinauf, Leiter hinab, Leiter hinauf Folge 3

Mit dem Gedanken Es wird schon gutgehen hatte ich den Vertrag mit der Plakatgesellschaft abgeschlossen. Nun machte ich mich daran, Überlegungen anzustellen, wie ich das Projekt finanzieren könnte. Es würde mich etwa 35 000 Franken kosten, die ich nie und nimmer selbst stemmen konnte. Kulturinstitute, von denen ich Unterstützung erwartete, gaben mir reihenweise Absagen. Also verteilte ich einen kleinen gedruckten Bericht meines Vorhabens an Freunde, Bekannte und Firmen.

Es kamen über 90% der Gesamtkosten zusammen von mehr als hundert Personen und Firmen. Als Dank schenkte ich ihnen später eine Publikation, in der mein Projekt fotografisch dokumentiert war, nebst einem Original-Offsetlitho, das ich eigens dafür anfertigte.

In dem ehemaligen Salon Sphinx des Hotels Le Plaza, nah der Mustermesse Basel konnten sich die Vernissage-Gäste mit einer übersichtlichen Foto-Dokumentation des Projekts informieren. Danach ging es mit voller Erwartung in drei bereitgestellte Busse. Die Fahrer, die ich über die Strecke und ausgestellten Bilder informiert hatte, fuhren ihre Runde in etwa anderthalb Stunden, in gemessenem Abstand hintereinander.

Nach gelungener Besichtigung war die APG so begeistert, sie übernahm die Kosten, die im Le Plaza entstanden waren. Sie gab sogar eine Broschüre heraus, um den Erfolg ihren Zweigstellen in ganz Europa mitzuteilen.

Fast täglich erschienen Artikel über das Projekt in den Zeitungen. Es gab Interviews in schweizer und deutschen Radios. Da waren Fragen zur Thematik, das Staunen über die schiere Größe der Bilder. Ich erhielt Dankesbriefe von Fußgängern, Radfahrern, Autofahrern. Einhellige Meinung war: Man würde meine Kunst vermissen, jetzt gäb es nur mehr öde Reklame.

Doch nach 2 Wochen Aushang mußte meine Kunstaktion beendet werden. Mit einem Hochdruckreiniger! Das betrübte mich doppelt: es war am 6. August 1990, der Bombenabwurf über Hiroshima jährte sich zum 45. Mal.

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