Hühner im Paradies 3. Folge

Im kommenden Frühling wurde eine Henne gluckig und hat mehrere Eier ausgebrütet. Aus drei Eiern sind dann schließlich Küken ausgeschlüpft. Nach einer gewissen Zeit wurde das Geschlecht ersichtlich. Es entwickelten sich zwei Hähne und ein Huhn. Als die Hähne knapp ein Jahr alt waren haben sie sich im Krähen geübt. Dieses anfängliche undefinierbare Gekrächze, dieses schüchterne Kikeriki hat mich sehr erheitert.


Foto: Kurt Meier

Da ich bereits einen Hahn bei den noch acht verbliebenen Hennen hatte, beschloß ich, diese zwei Junghähne zu schlachten. In einem Fachbuch erkundigte ich mich genau über das Schlachten von Hühnern.

Nachdem ich die toten Hähne im heißen Wasser abgebrüht hatte, um sie besser rupfen zu können, staunte ich: die blutten (für hochdeutsche Leser nackten) Hähnchen hatten ganz dunkles Fleisch.

O Schreck, habe ich sie vielleicht zu heiß gebrüht oder beim Rupfen etwas falsch gemacht. Gleich hab ich meinen Vater angerufen, einen versierten Koch. Er hat laut gelacht: Bei deinem riesigen Hühnergehege ist das kein Wunder, das ist Muskelfleisch.

Wahrscheinlich könne ich es auch nach langer Kochzeit nicht essen. So war es dann auch. Ein Bißchen hab ich davon probiert, ich glaube, die Schuhsohle im Film Goldrausch mit Charlie Chaplin war weniger zäh.

Meine Hündin Bella, ein liebenswürdiger Großer Schweizer Sennenhund, hatte dagegen ihre helle Freude.

Ende

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