Ein Jagdhaus in Frankreich

Im Wald waren zwei Männer dabei, das Areal des Jägerheims auszuholzen. Das Jägerheim ist ein auf den Rumpf zurückgestutzter kleiner Bus, wie er um 1950 herum gefahren sein mag. Nur verrostetes Blech, verbeult bis zur Unkenntlichkeit, die Fenster ohne Glas. Aus einem der Fensterlöcher schaut ein Ofenrohr vor. So steht dieses fossile Stück Blech ohne Räder, ohne alles, was einmal ein Auto ausmachte, um diesen abenteuerlich aussehenden Jägern Unterkunft zu sein. Sie gleichen noch weniger dem, was ich mir unter Jäger vorstelle, als dieser Blechbauch einem Auto. Zerschlissene Windjacken, Gummistiefel. Es sind die Gesellen vom Räuber Hotzenplotz. Nur ihre Flinten geben den Anschein, daß es ums Jagen geht. Da es kein nennenswertes Wild gibt, außer Karnickel, hat es mehr mit Rumballern zu tun, als mit ernsthafter Jagd. Es reicht aber, jeglichem Umherstreifen im Wald während der Wintermonate den Garaus zu machen.

Jagdhaus in Frankreich

Wenn ich davon absehe, daß ein harmloser Spaziergänger aus Versehen abgeschossen werden könnte, ist diese Art Jägerei ein weiterer Beleg dafür: Frankreich ist ein rechtes Kindskopfsland. Verständlich nur für Kindsköppe. Müßig das Bekenntnis: Ich bin ein Kindskopp.

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