Chassidische Geschichte 3

Der falsche und der wahre Meister

Federzeichnung: Rolf Hannes

Von einem chassidischen Meister, Maggid, wird gesagt: Er ging einmal zu einem andern Meister. Er verspätete sich etwas. Die Halle war voller Menschen, so setzte er sich nah der Tür, wo die Leute ihre Schuhe zurückgelassen hatten. Jemand schaute ihn an. Er sagte zu seinem Nachbarn, ein außergewöhnlicher Mensch sei dort. Aber warum sitzt er dort hinten? Das ist nicht der rechte Ort für ihn. Welche Ausstrahlung er hat! Und es wird gesagt, daß nach und nach alle Zuhörer sich ihm zuwandten. Der Meister, der sprach und ein Schwindler war, war überrascht von diesem Geschehnis.

Maggid hatte nichts gesagt, kein Wort. Er saß da mit geschlossenen Augen. Der falsche Meister fragte später, als sie allein waren: Sag mir dein Geheimnis. Was geschah? Warum wandten sich alle dir zu? Ich war doch hier der Meister, der sprechen sollte.

Maggid sagte: Es gibt nichts dabei zu tun. Es geschieht einfach.

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