Im Wartesaal der Gefühle Folge 2

Ihre verrückten Seiten treffen sich gerne und gehen miteinander aus. Er mag sogar ihr „kopfloses Huhn“. Das Leben ist einmalig und kurz. Ungewöhnlich sein und auffallen darf sein. Wie wohltuend.

Und doch manchmal ein Gewaltakt.
Und doch ein anderes Mal liebevoll.
Und doch ist irgendetwas Unverständlich.
Und doch fühlt es sich so selbstverständlich an.

Und dann …
Und dann diese einsamen Tage. Rückzug. Gefühlschaos. Der Weg zueinander wie versperrt. Sie will schreien. Ihn schütteln. Wegholen von dort. Von wo?

Als wäre alles unwichtig.
Als wäre nichts etwas wert.
Als wäre nichts mehr möglich.

Soviel Unbekanntes inmitten des Vertrauten. Und soviel Vertrautes inmitten des Unbekannten. Mitten im Schweren das Leichte finden. Eine fast unlösbare Aufgabe.


Bild: Marianne Mairhofer

Kaum angekommen, biegt er wieder sofort scharf nach links ab. Wie soll sie jemals mit diesem Tempo mitkommen?

Radikal liegt ihm. Sie fühlt sich verletzt.

Sie weiß, dass er noch nicht anders kann.
Sie spürt, sein Ringen, an der Oberfläche zu bleiben.
Sie sieht sein Bemühen.
Sie erkennt seine Zuneigung.

Seine Stimme am Telefon: Kannst du damit leben?
Und wieder fehlen ihr die Worte.
Und wieder möchte sie ihm Raum und Zeit überlassen.
Und wieder spürt sie die Enge in der Brust.
Immer wieder hallte es durch ihren Kopf: NEIN!

Jedoch still im Außen. Sie hält die Luft an. Sie beißt sich auf die Lippen. Wartet.

Marie? Hoffnung durchzuckt sie. Es gibt Hoffnung.

Irgendwo schwebt der Engel der Zuversicht herum. Er strahlt in den leuchtendsten Farben. Er wärmt sie, wie die Sonnenstrahlen. Leuchtet mitten ins Herz.

Berührt sitzt sie da. Spürt die Verbundenheit.

Zwei Seelen.
Verwandt.
Zugewandt.
Seelenfroh.

Wird fortgesetzt.

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Morgenlandreise 18

Am frühen Morgen, als ich aus dem Hotel trat, sprang ein jüngerer Mann aus einem nahebei parkenden Mercedes (der gute Stern auf allen Straßen), hastete auf mich zu und sprach mich in astreinem Englisch an. Er sah unausgeschlafen aus und sein korrekter Anzug war zerknittert. Ob ich in dem Hotel wohne, wenn ja, ob er sich bei mir duschen dürfe. Sozusagen als mein Besucher, bis ich das Hotel verlassen müsse. Er sei in kuwaitischen diplomatischen Diensten hier in Basra, hätte die Nacht im Auto verbracht, damit es nicht verschandelt oder gar geklaut würde und warte auf jemanden, der ihn unter die Brause lasse. Ich war einigermaßen verblüfft. Ein Kuwaiti in diplomatischer Mission und muß im Auto übernachten? Ja, sagte er, wir sind nicht befreundet, wir haben hier nicht einmal eine Handelsmission. Den Mann hatte mir Harun geschickt, war ich doch auf dem Sprung zu einer Bank, um Geld zu tauschen. Meine Tage waren so teuer, ich konnte mein Hotel nicht bezahlen, noch hatte ich etwas, um weiterzukommen. Okay, sagte der Diplomat, ich fahr Sie wohin Sie wollen, erst dusche ich schnell.

Die Bediensteten hatten längst Wind gekriegt von unseren Umtrieben. Sie wollten den Kuwaiti nicht hineinlassen. Er habe kein Zimmer gemietet. Laut sagte ich: Er ist mein Gast, immerhin habe ich das Zimmer bis 11 Uhr vormittags, das ist internationale Regel, ich muß zur Bank wie Sie wissen, um Geld zu tauschen. Was bis 11 Uhr in meinem Zimmer geschieht, ist meine Sache. Die Kellner und Zimmermädchen standen nichtstuend und feindselig um uns herum.


Eine Münze wie sie seinerzeit im Irak gebräuchlich war

Wir fuhren durch Basra, eine mitteleuropäische Bank auszumachen. An der Kühlerhaube wehte eine kleine kuwaitische Flagge. Wie wär’s, wenn Sie mich mit nach Kuwait nähmen? fragte ich arglos, von dort aus müßte ich ein Schiff nehmen können nach Indien. Er blies die Backen auf und sagte: Bist du verrückt, ich habe schon allein an der Grenze Schwierigkeiten. Die Kuwaitis sind genau so argwöhnisch wie die Iraker, sie würden uns beide einsperren. Ich sah die irakischste Bank aller irakischen Banken und sagte: Laß mich einen Reisescheck wechseln und fahr mich danach zurück ins Hotel, ich muß bis 11 Uhr die Kurve kriegen. (Ich nehme an, wir haben uns eher geduzt als gesiezt, er war jünger als ich, und reisend, zumal im Orient, in schwierigen Situationen, ist alle gesellschaftliche Distanz absurd.) Er wartete geduldig, mehr als eine halbe Stunde. Die Bankbeamten hatten in einem Raum, in den sie mich baten, auf Tischen riesige Bücher liegen, die sie fortwährend hin- und herschoben. Manchmal schauten sie sich an, dann wieder mich, wie wenn sie sagen wollten: Wie sollen wir das nun machen? Ich setzte wieder die Miene völliger Gleichgültigkeit in mein Gesicht, mit einer Spur Dümmlichkeit. Meinen Paß hatten mehrere von ihnen genauestens angeschaut, was also wollten sie noch mehr.

Im Hotel Ur zahlte ich meine Zeche nebst Bakschisch (sicherlich das Dreifache des normalen Betrags). Gestiefelt und mit übergehängtem Seesack trat ich wieder auf die Straße, der Mercedes war über alle Berge.

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Tandaradei

seit ich dich kenne
hat die erde eine zweite sonne
seit ich dich kenne ist erster mai
ich hau den alltag in die abfalltonne
der informant hat hitzefrei
seit ich dich kenne
führt der nahverkehr ins weite
seit ich dich kenne
ist eintritt frei

wenn ich dich treffe
wird die stadt zur zweiten liebe
wenn ich dich treffe
ist nichts einerlei
du bist der fluchtweg aus dem lebensrumgeschiebe
du bist
tandaradei
wenn ich dich treffe
ist in der ubahn plötzlich lebensstille
wenn ich dich treffe ist
tandaradei


Grafik: Friedel Kantaut

du bist die tür zu meinem wunschbüro
flitzendes flugzeug
vom wolkenrand gezogen
du treibst uns endlich zu uns her

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Im Wartesaal der Gefühle

Sie sitzt da. Ihr Gehirn rattert. Warum habe ich bloß wieder nichts gesagt? Gesagt?
Aber was ?
Kann ich ihn überhaupt erreichen?

Es ist wie ein Sog. Er löst tief in ihr drin etwas aus. Etwas nie zuvor Gefühltes. Unbekanntes Terrain. Vielleicht gibt es dafür noch keine Worte.

Trotzdem. Sie muss es sich eingestehen. Trotzdem überaus seltsam.

Seltsam. Von der ersten Begegnung an. Und doch Unaufhaltsam. Schritt für Schritt sind sie an diesem Punkt angelangt. Genau da. Aber welcher Punkt ist das nun? Sie versteht es nicht. Auch ihn versteht sie nicht immer. Aber die Unbekannteste in dieser Gleichung ist sie selbst.

Kopf und Herz. Herz und Kopf.

„Ich hab mich den ganzen Tag auf dich gefreut“. Das Herz macht Luftsprünge. Der Kopf sagt: „Hör auf!“

Trotz allem haben sich ihre Wege gekreuzt.
Trotz allem finden sie im Gegenüber ein Stück von sich selbst.
Trotz allem findet sie noch keine Worte.


Bild: Marianne Mairhofer

Das Gitarrenspiel. Innerlich schmilzt etwas. Wie Vanilleeis auf heißen Himbeeren. Er denkt sich neue Namen aus. Für jede Situation eine andere Identität. Vielleicht wäre das eine Lösung. Aber sie spürt, sie bleibt die Gleiche.

Trotzdem dankbar und froh.
Trotzdem manchmal Angst.
Trotzdem verwirrend.
Trotzdem fühlt sie sich beschenkt.

Er hat sie in sein Leben gelassen. Behutsam und brutal. Schwerwiegend und zaghaft.
Rätselhafte Begegnung. Ein Sehnen und Suchen. Nähe und Distanz.
Alles fest im Griff? Wie kann man das Herz fest im Griff haben? Der Kopf findet Wege.

Er möchte sie zum Lachen bringen. Als wäre es ein Sieg. Sein Sieg. Sie fühlt sich geschmeichelt. Sie lacht gerne. Noch lieber lacht sie gemeinsam.

Wird fortgesetzt.

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Morgenlandreise 17

Das Hotel Ur erwies sich als der verkommene Prachtkasten, den ich gern hätte meiden wollen. Aber mein Zimmer hatte ein eignes Bad, und das war ein himmlisches Geschenk nach all meinen verschwitzten und verstaubten Tagen. In der Nacht fühlte ich mich ausgeruht und sorglos, nach einem Schlaf bis Mitternacht, über mir ein Ventilator, groß wie die Propeller eines mittelgroßen Flugzeugs (im Sommer muß es hier tropische Hitze haben). Die Stunden bis in den frühen Morgen verbrachte ich dösend und schreibend. Angefangen hatte ich ein Märchen, während der Zugfahrt, im Kopf. Ich weiß jetzt wie es Gefangenen geht, die sich durch geistige Arbeit fit halten.

Als Harun ar Raschid älter und älter wurde, bekam er mehr und mehr die Begabung, die Geschehnisse in ihrer Wesenheit zu erfahren. Manchmal zog es ihn auf die Straßen seines Landes, nur um zu schauen. Alles sah er da: das Kleine und das Große, das Böse und das Gute, das Fröhliche und das Traurige. Wie er sich eines Tags wieder so herumtrieb, in alten abgetragnen Kleidern, weil ihn dann keiner als den Herrscher erkannte, hielt ein Fuhrmann sein Gespann neben ihm an. He, Alter, rief er Harun zu, wenn du magst, steig auf. Harun sagte sich, warum nicht? und stieg auf.

Harun ar Raschid, als er sich den Fuhrmann näher anschaute, erkannte, ihm werde eine große entscheidende Wende bevorstehen, weder als Glück noch als Unglück.


Hārūn ar-Raschīd, Miniatur aus Tausendundeine Nacht

Sie waren eine Strecke unterwegs, als sie an einem Baum vorbei fuhren. Ein Ast, vom Sturm geknickt, löste sich und fiel schwer herab, dicht neben den alten Bauern, der sehr erschrak. Harun hatte es kommen sehen und den Alten im letzten Augenblick so an sich gezogen, daß ihm nichts geschah. Harun sah genau, was dem Mann geschehen würde, aber er war ein Mensch und für diesen Augenblick schwach. Er wollte es abwenden, was die Menschen ein Unglück nennen.

Sie fuhren weiter. Eine Horde Halbwüchsiger kam daher, sie bewarfen sich übermütig mit allerhand Gegenständen. Ein Stein, der daherschwirrte, hätte den Alten treffen können, hätte Harun ihn nicht beiseite gezogen. Der Alte wurde blaß und ärgerlich. Du bringst mir kein Glück. Steig ab, ich will alleine weiterfahren. Besser ist’s, dachte Harun, was kann ich schon ausrichten. Er sah den Mann an mit seinen sehenden Augen, er hatte ihn gern und er wußte, was geschehen würde.

Der alte Bauer fuhr seines Wegs weiter, allein. Harun ging und sah die Dinge der Welt gerade so gut zufuß wie vom Wagen herab. Nach ein paar Minuten bemerkte er eine Menschenmenge aufgeregt um einen Karren stehn. Es war der seines Alten von vorhin. Der Karren hatte ein Rad verloren und war umgekippt. Neben dem Wagen auf der Straße lag der tote Fuhrmann. Auf seinem Gesicht war ein Lächeln und Harun lächelte zurück.

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Wunderblock 11


Aquatinta und Radierung
Ein Blatt wie verweht:
Rolf Hannes

Anträufeln

Das  leise  Anträufeln  der  letzten
Silbe von gestern Nachmittag. Als
du    gerade    eingeschlafen    bist.
Mitten  im  Licht.  Nicht.  Und wie
weit            deines            schlanken
Gedankens.   Hast  du  ihm  schon
ein    Nest    gebaut?    Mit    feinen
zerbrechlichen Erinnerungen? Als
die   High   Hells    dir   die   Zunge
nahmen.   Wie  mich.   Unzeit.   So
glücklich.      Bei      Entzauberung:
berühren …

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Urbane Skizzen 2

unsere reise zum ende der nacht
wir haben gespielt und über die liebe gelacht


Foto: Friedel Kantaut

eine reise in einer nacht um die welt
er spürt wie die spannung nachlässt
und vielleicht am morgen würden sie doch noch zusammenliegen
jetzt kreisen sie auf verschiedenen bahnen, die sich immer wieder überschneiden,
durch ein universum aus lichtern, beat, alkohol, worten, energie
später, im morgengraun die straßen runter
richard sieht ihr zu, saugt ihre worte und gesten auf, als wären es ihre letzten
die züge am hauptbahnhof abfahren sehn
atemlos
paris, den haag, berlin
alles, nur nicht hierbleiben
aber weiter
die ersten pendler kommen ihnen entgegen
– seh ich irgendwie komisch aus?
die glotzen mich alle an –
– noch zu früh,
an denen kannste nackt und auf den händen vorbeilaufen,
die werden nichts merken –
weiter
dann, fast überraschend, sind sie in ihrem zimmer
eine matratze, ein voller aschenbecher, ein cdplayer neben dem spiegel und
ein berg kebabpappencdsklamotten
richard legt sich aufs bett, dreht eine zigarette
– legst du dich zu mir –
sie sagt erst nichts, dann
– du, tut mir leid, ich kann jetzt nicht liegen, bitte sei mir nicht böse,
aber ich geh

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Morgenlandreise 16

Als mir klar wurde, wie sehr ich in der Klemme steckte, sagte ich mir, so wie du hineingeflutscht bist, mußt du auch wieder hinauskommen. Und richtig klar, wie schlimm es hätte werden können, war mir nicht. Ich hatte nichts Böses im Sinn, davon müßte ich jeden überzeugen können. Wenn ich zum Botschafter komme, hatte ich mir gesagt, nun denn, so soll’s sein, wenn nicht, ist das ein Wink, zu sehn, wie du hier wieder rausflutschst.

Im Zug saß ich eingepfercht zwischen Einheimischen, eine ewig lange Strecke. Alle Stunden kam eine Militärkontrolle durch den Zug, Gewehr geschultert. Beim erstenmal setzte alles in meinem Hirn aus. Sie sind eigens auf dich angesetzt, dachte ich nicht, ich spürte es bis in den kleinen Zeh. Es geschah nichts.

Vor Basra kam ich ins Gespräch mit einem gut gekleideten Herrn. Er genoß es, sich mit einem Ausländer englisch zu unterhalten. Er kannte sogar Deutschland ein wenig. Zum Schluß empfahl er mir ein Hotel in Basra, er schrieb es auf einen Zettel, es hieß Ur. Er sagte, Ur liege nicht allzu weit weg, aber man könne es leider nicht besuchen.

Einmal, als der Zug auf einer ländlichen Station verweilte, beobachtete ich auf einem Strommast zwischen und auf den Drähten ein Storchennest. Dem Impuls, die Storchenfamilie zu fotografieren, gab ich nicht nach, denn in meinem Magen saß die Gewißheit, ich könne nur durchkommen, wenn ich meine Gedanken und Bewegungen auf Sparflamme hielt. In den drei langen Tagen, die ich im Irak weilte, öffnete ich meinen Seesack nur hinter verschlossener Tür. So hielt ich’s auch mit meinen Gedanken und Bewegungen, ich verschloß sie, um mir möglichst keinen Anlaß zur Unsicherheit zu geben. In jede meiner Bewegungen steckte ich meine ganze Konzentration, gleichzeitig ließ ich mich nahezu fatalistisch treiben. Ich verfiel in einen Ausnahmezustand.

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Es lebe der Aphorimus! 5

Der 226. von 365


Radierung mit Aquatinta Aurora oder die Morgenröte: Rolf Hannes

Dieses ganze Leid, diese Morde, Folterungen, Kriege, die um der Religionen willen geführt werden seit es sie gibt, und das alles, um seinen persönlichen Gott zu verteidigen, den es ohnehin nicht gibt, der eine Story ist wie jede andere, oft sogar miserabel erzählt. Ich verstehe es nicht.

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Hühner im Paradies 3. Folge

Im kommenden Frühling wurde eine Henne gluckig und hat mehrere Eier ausgebrütet. Aus drei Eiern sind dann schließlich Küken ausgeschlüpft. Nach einer gewissen Zeit wurde das Geschlecht ersichtlich. Es entwickelten sich zwei Hähne und ein Huhn. Als die Hähne knapp ein Jahr alt waren haben sie sich im Krähen geübt. Dieses anfängliche undefinierbare Gekrächze, dieses schüchterne Kikeriki hat mich sehr erheitert.


Foto: Kurt Meier

Da ich bereits einen Hahn bei den noch acht verbliebenen Hennen hatte, beschloß ich, diese zwei Junghähne zu schlachten. In einem Fachbuch erkundigte ich mich genau über das Schlachten von Hühnern.

Nachdem ich die toten Hähne im heißen Wasser abgebrüht hatte, um sie besser rupfen zu können, staunte ich: die blutten (für hochdeutsche Leser nackten) Hähnchen hatten ganz dunkles Fleisch.

O Schreck, habe ich sie vielleicht zu heiß gebrüht oder beim Rupfen etwas falsch gemacht. Gleich hab ich meinen Vater angerufen, einen versierten Koch. Er hat laut gelacht: Bei deinem riesigen Hühnergehege ist das kein Wunder, das ist Muskelfleisch.

Wahrscheinlich könne ich es auch nach langer Kochzeit nicht essen. So war es dann auch. Ein Bißchen hab ich davon probiert, ich glaube, die Schuhsohle im Film Goldrausch mit Charlie Chaplin war weniger zäh.

Meine Hündin Bella, ein liebenswürdiger Großer Schweizer Sennenhund, hatte dagegen ihre helle Freude.

Ende

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