Abgesang


Zeichnung mit Collage: Marianne Mairhofer

Feuer für das Gestern
Wasser fürs Danach
Schaum geb ich meinen Schwestern
Fels über meinem Sarg

Geld für die Elemente
Die Nahrung fürs Gerücht
Berührung für Sekante und Tangente
Leben für mein Überich

Das Schlimme für die Starken
Das Schöne schenk ich Dir
Zukunft für alle guten Saaten
Die Erde über mir

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Extrapost 20

JEFTA

Unsere Klage gegen JEFTA vor dem Bundesverfassungsgericht verteidigt zahlreiche Bereiche des Gemeinwohls, die  Rechte und Interessen der BürgerInnen wie das Recht auf Arbeitsschutz, auf Naturschutz, auf Umweltschutz, auf Klimaschutz, auf soziale Absicherung, auf Mindestlohn, auf gerechten Lohn, auf Teilhabe am gesellschaftlich erarbeiteten Reichtum, auf bezahlbaren Wohnraum, auf Gesundheitsvorsorge, auf Bildung, auf Kultur, auf Rechtsschutz, auf ein unabhängig arbeitendes Parlament, auf die Einbettung in einem sozialen Rechtsstaat und auf den Fortbestand der sozialen Marktwirtschaft etc. Diese fundamentalen Interessen der BürgerInnen werden alle durch JEFTA (wie auch von anderen sogenannten Freihandelsabkommen) als „Handelshemmnisse“ bewertet. Eine Reduzierung oder Beseitigung dieser Art von angeblichen „Handelshemmnissen“ durch JEFTA schafft im Ergebnis die Beseitigung von Grundrechten der BürgerInnen.

JEFTA enthält zahllose Rechtsbrüche in vielen wichtigen Bereichen (Grundgesetz, EU-Recht, Völkerrecht).  Mit JEFTA will man die strikte Marktliberalisierung (Neoliberalismus), durchsetzen. Deshalb werden sehr viele wichtige Problemfelder unserer Zeit in unserer Klageschrift zu JEFTA genannt.

Der Europäische Gerichtshof hat Anfang 2018 bei dem ähnlich gelagerten Achmea-Urteil Schiedsgerichte in bilateralen Handelsabkommen als für unvereinbar mit EU-Recht beurteilt.


Marianne Grimmenstein, die sich wünscht, bald 150 000 MitstreiterInnen zu haben.

http://www.frackingfreieshessen.de/index.php?page=Thread&postID=8025#post8025

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Morgenlandreise 53

Evert spielt bei seinen Frauen den Aufheller vom Dienst. Er ist ein komödiantisches Talent großen Formats. Er ist lang und schlaksig, wenn er herumhopst und seine Schwänke zum besten gibt, entkrampft sich die Welt. Alle vier gehen einem ordentlichen Studium nach in Holland und Belgien. Nun haben sie sich vorgenommen, um die Welt zu jetten. Sie wohnen nur in halbwegs anständigen Hotels, wo die Frauen sich wohlfühlen. Evert sagt: Ganz Europa weiß, ich komme aus dem Paradies für Cannabis Indica. Aber ich schwöre, nie habe ich einen Krümel gekauft. Seine Frauen hören belustigt zu. Dann führt er ein neues Tänzchen auf. Und hier, wie ist es hier, ruft er fröhlich in die Runde. So: Du sitzt in einer Teestube und die shit-Klümpchen liegen offen auf den Tischen. Dein Nachbar dreht dir einen, gegenüber wickelt dir jemand ein Stückchen in Zeitungspapier, und der Wirt steckt dir noch einen Brocken zu im Hinausgehn. Unterwegs ins Hotel kriegst du noch ein Stückchen zugeschoben. Im Hotel angekommen, will dein Zimmernachbar dich einladen, auf seinem Zimmer gleich einen joint zu rauchen. Und alles ohne Geschäft. Ich muß annehmen, die Raucher hier sind die integersten Menschen überhaupt. Gestern, auf einem Bus-Rastplatz, reicht mir einer einen joint hin. Hinter ihm steht ein Polizist und grinst arglos.

Gute Gesichter hier, sehr edle darunter. Überlege, ob wir in Mitteleuropa solche Köpfe haben. Es scheint, die Sonne brennt das Pickelige, Madige, Blaßgesichtige aus den Seelen und Gesichtern heraus. Sehr tiefe strahlende Augen. Die jüngeren Frauen gehn verschleiert, sie schauen durch ein Stoffgitterchen. Unbeschreiblich die natürlichen, aus Pflanzen und Mineralien gewonnenen Farben der Kleider.

Ist es so? Je höher, je reicher die Chargen, Angestellten, Beamten hier, um so eher sind sie auf dem Weg, uns in Europa nachzuahmen und zu gleichen, bis in die Gesichter und Bewegungen hinein.

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Extrapost 19

Lisa Fitz, unerschrockene Friedenskämpferin, schnellzüngige Kabarettistin, einfach eine gestandene Frau, möchte ich sagen, sie hat einen neuen Song gestartet: Tanz der Vampire.
Auf YouTube leicht zu finden!

Hört ihn euch an und verbreitet ihn. Solche Frauen wie Lisa Fitz, solche Lieder braucht unser Land. Wer dazu nicht munter genug ist, hier der Text:

Im Bayrischen Hof tobt ein Maskenball
von Vampiren, die unsichtbar sind.
Die Spiegel im Saal reflektieren nicht mal,
dabei sind sie doch längst noch nicht blind.
Ist alles vom Feinsten gebohnert,
gewischt, entwanzt und gesichert in Hast.
Des Abends wird schließlich groß aufgetischt,
reichlich Staatshaushalts-Gelder verpraßt.
Der Welt-Kriegselite gebührt ein Spalier
bei Kaviar, Sekt und Champagner und Bier.
Sie feiert sich selbst, und das über Gebühr
als Drohung zum nächsten Krieg – bis um vier:
Für Folterherren und Kriegsverbrecher,
Militärs und Kriegsminister,
spinnefeind, doch wie Geschwister,
Anti-Terror-Polizisten, selber Terrorspezialisten.
Und als Sahnehäubchen drin: Groko-Kriegsministerin!

Sie sehen die Welt mit dem Falkenblick
als ihr eigens verwanztes Haus.
Sie tagen und tragen mit großem Geschick
die Revierkämpfe freundschaftlich aus.
Die Weltpresse knipst, schreibt bereitwillig mit,
das Fernsehn erfaßt aber NICHTS – puh.
Die Zähne voll Blut glänzen wie Aspik
in den Mundwinkeln ihres Gesichts.
Die Welt-Lausch-Elite, die findet sich hier
bei Kaviar, Sekt und Champagner und Bier.
Sie feiert ihr neuestes No-Spy-Papier,
den Freibrief zum Datenklau – bis um vier.
Für BND- und NSA-ler
Schnüffler, Cyber-Angriffs-Mailer,
digitale Paßwort-Knacker,
die vitalen Brief-Einsacker,
Metadaten-Analysten, Krypto-Botschafts-Dekodisten.
Und als Spitze mittendrin: Drohnen-Kriegsministerin!

Danach geht es gleich noch zum Stehempfang,
den die Stadtspitze gerne spendiert-
Da stochert, was Namen hat – oder Rang
in die Handys, das nichts hier passiert..
Man plaudert geschäftig geschäftlich privat
und nimmt noch Kaffee oder Tee..
und weiß sich so manchen technischen Rat
beim Dessert im Geheim-Separee.
Die Welt-Mords-Elite, die tummelt sich hier
bei Kaviar, Sekt und Champagner und Bier.
Sie feiert der Drohnen untrüglich Gespür
im Fliegen zum Terror-Sieg – bis um vier.
Für Info-Schnaken, Daten-Kraken,
die noch nie vor was erschraken,
Algorithmen-Programmierer,
miese Spitzel unter Tarnung mit Trojanern ohne Warnung
und als Urschel mittendrin die Kriegsministerin! Ha ha ha …

Am Tag schon drauf sind sie wieder fort,
eh die Morgenstund ihnen noch schlug
drohn abermals Drohnen am anderm Ort
wandert rund um die Welt dieser Spuk.
Sie haben ihr Blutbad mit Lügen verkauft:
Resourcen-Krieg ist doch kein Wort
auf „humanitäre Aktion“ getauft
akzeptiert man doch eher den Mord.
Die Welt-Kriegs-Elite ist weltweit vakant
sieht sich schmählich von Snowden verkannt:
„Wir wolln doch nur freundschaftlich wissen, verdammt,
wer sein Handy verschlampt hat im Kanzleramt.“
Wir Abschaum, Kapital-Verbrecher,
Richter, Henker, Waffenlenker,
Friedens-Feinde, Rechts-Verrenker,
Kriegsherrn, Gegen-Terroristen, Waterboarding-Spezialisten.
Und als Krönung mittendrin: die Leyen-Kriegsministerin!

(Text: Lisa Fitz & WOB)

Wir sind die 99 Prozent !

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Verzicht


Zeichnung mit Collage: Marianne Mairhofer

Ich bin nichts als ein Zeuge.
Und darin versuche ich, mich nicht versuchen zu lassen.
und das, was ist, so ganz zu fassen.
Dass ich das Recht nicht beuge,
als allzu wohlgesinnte Gunst
getrieben von nichts als meiner zeugenden Kunst,
weder von Ruhm noch Geld,
weder von Ehre noch Welt.
Ich werde der Massen Nähe meiden,
denn sie ist mein allertiefstes Leiden.

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Extrapost 18

Dubiose Firmenspende aus den Niederlanden bringen CDU in Erklärungsnot.


© Rolf Hannes

Dies ist eine Meldung, die mir am 1. Februar zuflatterte von abgeordnetenwatch.de

Es heißt darin:

Warum spendet eine niederländische Firma der CDU mehrere zehntausend Euro? Die Antwort klingt unglaublich: Man müsse bestimmte Leute unterstützen, um Türen aufzuhalten, erzählt der Geschäftsführer dieser Firma ganz offen – die Gelder seien an die Berliner CDU im Bezirk Lichtenberg gegangen.

Genau dort will der Spender nach unseren gemeinsamen Recherchen mit dem Spiegel über zwischengeschaltete Firmen tausend Wohnungen und Büros bauen. Politische Schützenhilfe bekommt er dafür: von der CDU.

Im neuen Newsletter, der am Wochenende erscheint, liest du die ganze Geschichte – hier Transparenz-Newsletter anfordern – und keine Recherchen mehr verpassen.

https://www.abgeordnetenwatch.de

Das ist die Meldung, die ich kaum glauben mag, nachdem sich der ganze Bundestag aufregte über die Spende an die AfD. Wenn sich die Spende an die CDU bewahrheitet, werde ich nochmals nachhaken.

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als sei man von vornherein ausgesetzt…


Zeichnung: Rolf Hannes

Um gleich um den Gedanken herumzukommen, mit deinem verzerrt eingeschmuggelten Lächeln im Hinterkopf, wie du weißt, um also nicht unnötig nach Worten zu ringen, blüh ich mich selbst auf, indem ich PLATON als meinen Kumpel entlarve. Er bat mich, es nicht zu thun. Nun aber scheint mir die Zeit reif, ihn zu verraten. Aus der Umklammerung seh ich mehr und mehr auf: wie aus der Höhle gekrochen, du kennst den Dreck unter den Fingernägeln beim Grübeln: beim schwer Aufwachen aus einer verdammten Nacht, wie in einen haargenauen Befreiungsakt.

Eigentlich bin ich nur der Verlogenschaft entkommen, wollte ich sagen. Zum Himmel schauend fliegen mir Gedanken wie Liebeleien zu, wie Weltverhältnisse, die in neues Licht, also Abgründe getaucht werden müssten. Die kleine Schar meiner Konjunktive nimmt immer wieder Stellung. Ich vermag im Augenblick keine Ortsbeschreibung, ebenso wenig ein Zeitaufhellen als mir zuhörendes Szenario … will aber schon mal wieder … in den feinen Entbindungskanal eindringen, dich als Schmierabguss beschimpfen – und du winkst bloß ab und lässt mich kalt stehen.

Mich verlässt die Erinnerung nicht. Nicht so schnell wie dich. Im Gegensatz/Aussatz zu meinen Wörtern. Wie ein Anarch. Alles, was bisher geschah, sollte mich hierhalten. Meine kleinen Gebete, die ich bislang verschwiegen hatte. Am liebsten sich verwandeln. Am liebsten sich nicht verstellen. Am liebsten so wenig wie möglich – mit sich selbst zu thun zu haben. Oder glaubst du immer noch, ich sei ein Egomane, ein Solipsist oder Schausteller meines Scheiterns. Wobei du bei letzterem durchaus recht haben könntest.

Der entbundene Mensch wird immer ein Künstler sein. Der Verständliche will seine Leidenschaft verbergen.

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Morgenlandreise 52

Öfters erkundige ich mich im Schiffahrtsbüro, ob und wann das Schiff nun wirklich nach Bombay fährt. Und treffe auf meinen dort angestellten Freund Ali, schon deshalb, weil er mir gute Ratschläge gibt, was alles ich in diesem Moloch Karatschi auskundschaften kann. Und so traf ich vorgestern auf vier junge Holländer: Evert, Lea, Anna und Dini. Sie reisen im Flugzeug, Ankara, Teheran, Karatschi heißen ihre Stationen. Ihr nächstes Ziel ist Neu-Delhi, der Flug geht in 4 Tagen. Drei Mädchen, ein junger Mann, da sei es zu gewagt, über Land zu reisen. Für morgen haben wir eine gemeinsame Bootsfahrt verabredet. Der Tip kommt von Ali, er hat uns bereits angemeldet.


Gepäckträger vorm Bahnhof in Karatschi

Die Kleider in ihrer Farbenpracht sind ein Fest für die Augen. Die Gepäckträger auf dem Bahnhofsplatz tragen karmesinrote Gewänder und Turbane. Und auf diesem Bahnhofsplatz ereignete sich ein Wunder, ein Geschehnis, das zur Welt der Wunder gehört. Abends, die Holländer wollten noch einen kleinen Spaziergang unternehmen, zog es mich zum Bahnhof (Cantton Station). Auf diesem Platz verweile ich öfters. Es dunkelte, die Träger waren längst weg, der Platz war weit und leer. Es zog mich unwiderstehlich dort hin. Auf dem einsamen fußballfeldgroßen Platz parkte ein Pkw. Eine Tür stand offen und die Beine nach draußen gestreckt saß in ihr ein Mann in weißem Anzug und weißem Turban. Er rief mir etwas zu, und ich ging, wie einer Verabredung folgend auf ihn zu. Er machte eine Geste, mich ins Auto zu setzen, er lud mich zu einem joint ein. Dini und Lea waren mir in einigem Abstand gefolgt. Wir setzten uns zu dritt hinten in den Wagen. Und rauchten in Andacht, vom besten Kraut, es wächst in Peschawar, nahe der afghanischen Grenze. Wenn ich auf einen Fürsten getroffen war, so war dieser Mann hier ein Prinz: Jahwad. Als wir aus seinem Wagen stiegen, stand der Mond leuchtend wie ein Opal senkrecht über uns. Wölkchen, die über den Himmel huschten, gaben ihm eine Einfassung, eine Aureole. Gebannt schaute ich hoch. Ein nie gesehnes Schauspiel bot sich mir. Ich wußte, es sind Wolken, ich wußte, ich stehe auf dem Platz vorm Bahnhof in Karatschi, meine Aufmerksamkeit auf die Dinge meiner Umgebung war um nichts geringer als sonst. Doch dort oben tat sich eine andre, überwirklichere Welt auf. Rösser, Götter, Göttinnen, Männer, Frauen, jeglichen Alters, Kinder, allerlei Gefährte, beladen mit allerlei Geräten, die gesamte Weltgeschichte zog dort oben vorbei. Ich schaute, schaute, schaute.

Als ich mich aufmachte zu meinem Schlafgemach, war ich für wie lange Zeit dort allein?

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Extrapost 17

Pöstchen über alles

Wenn die kleingeistige Kleinstaaterei in Deutschland, die sich verschleiernd Föderalismus nennt, zugunsten von bundeseinheitlichen Regelungen abgelöst würde, verlören viele Plattärsche in vielen Behörden ihre Pöstchen. Also müssen diese Pöstchen verteidigt werden, gegen alle Vernunft.

Eingerichtet und gefördert wurde übrigens dieser Föderalismus nach dem letzten Weltkrieg von den Alliierten. Während der Einrichtung der BRD hab ich das gut beobachten können. Das verdanke ich dem Vorteil der Mittelprächtigen Geburt.

Besonders die Franzosen waren daran interessiert. Selbst eingefleischte Zentralisten, vermuteten sie richtig: Wenn die Deutschen sich mit sich selbst beschäftigen und in wesentlichen Dingen von Bundesland zu Bundesland uneins sind, umso besser für uns. Das schwächt das Land auf wunderbare Weise und wir können es besser gefügig halten.

Federzeichnung: Rolf Hannes

Das weitere besorgten die Deutschen unter sich. Wenn sich erstmal eine Behörde, ein Institut, eine Vereinigung, eine Firma auf einem Gebiet eingerichtet hat, sich sozusagen auskennt in der Propagierung oder Ablehnung eines Mißstands, will sie nicht mehr ablassen davon. Dann darf ihr der Gegenstand ihres Tuns nicht abhandenkommen. Denn kommt der abhanden, kommen sie selbst abhanden.

Diesem Schwachsinn oder Zynismus frönt die Politik in den Schulen, in den Einrichtungen der Kunst, in den Einrichtungen der Polizei, zum Schaden von uns allen. Vor allem die uneinheitlichen Bestrebungen in den Schulen bringt Deutschland auf den Hund.

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Aufstand

 


Foto: Friedel Kantaut

Du standst mitten drin auf. Aufstand eines Pokerspielers,
dachte ich, aber du hinterließt dich nicht: weder
eine einprägsame Stimme, noch dein Leben.
Du hinterließt nichts. Oder etwas, das ich nicht
verstand. Oder sollte ich nicht so hart mit dir
umgehen? Das einzige von Charakter wäre gewesen,
dass sich eine Kugel aus unmittelbarer Nähe selbst in
deinen Schädel bohrt. So hättest du es sicherlich
bezeichnet. Etwas zu bezeichnen, war ja immer deine
Vorliebe. Nur dich außen vor zu lassen, auch. Du hast
jeden Menschen ungeliebt angeschaut. Und wenn
dich einer geliebt hat, hast du ihn noch genüsslicher
als dich selber umgebracht. Du verstandst deinen
Auftrag nicht. Weil du nichts verstanden hast. Deine
Eltern sind wegen dir gestorben. Und überall, wo du
auftauchst, geht alles zugrunde. Nun löschst du
gerade das Umfeld deiner großen Liebe aus. Seitdem
du bei ihr eingezogen bist, schauen sie nicht nur dich,
sondern auch sie komisch an. Meinst du, man dürfe
nicht nochmal 22 werden. Es giebt im Leben nur einen
Einzigen, dem du dich ins Haar wächst. Es wird dein
Johnny sein. Und jeder sollte seinen Johnny haben!

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